Aktuelles zur Corona-Lage

Das Freiwilligenbüro Theresienstadt ist momentan aufgrund der angespannten Corona-Lage im Home-Office in Österreich bzw. Deutschland. Da wir daher keine regulären Führungen geben können, bieten wir ab sofort ein neues Alternativformat an: die virtuelle Führung.

Die virtuelle Führung orientiert sich grob an der klassischen Führung durch die Große Festung Theresienstadts und gibt den Teilnehmer*innen einen (ersten) Einblick in die Geschichte des Ghettos. Wir greifen dabei auf neu erstellte 3D-Scans der Stadt und verschiedene historische Quellen zurück, um einen Rundgang durch Theresienstadt zu simulieren. Die Führung kann z. B. in einer Zoom-Konferenz stattfinden und dauert etwa 90 Minuten.

Die Führung kann auch durch verschiedene Workshops und Module (z. B. Einstieg und Reflexion) zu einem Online-Seminar ergänzt werden.

Die Durchführung sämtlicher Angebote ist komplett kostenlos.

Bei Interesse wenden Sie sich gerne an freiwillige@pamatnik-terezin.cz. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

______________________________

 

Als ob

Ich kenn ein kleines Städtchen,
Ein Städtchen ganz tiptop,
Ich nenn es nicht beim Namen,
Ich nenns die Stadt Als-ob,

Nicht alle Leute dürfen
In diese Stadt hinein,
Es müssen Auserwählte,
Der Als-ob-Rasse sein.

Die leben dort ihr Leben,
Als ob ein Leben wär,
Und freun sich mit Gerüchten,
Als obs die Wahrheit wär.

Die Menschen auf den Straßen,
Die Laufen im Galopp-
Wenn man auch nichts zu tun hat,
Tut man doch so als ob.

Es gibt auch ein Kaffeehaus
Gleich dem Café de l’Europe,
Und bei Musikbegleitung
Fühlt man sich dort als ob.

Und mancher ist mit manchem
Auch manchmal ziemlich grob-
Daheim war er kein Großer,
Hier macht er als ob.

Des Morgens und des Abends
Trinkt man Als-ob-Kaffee,
Am Samstag, ja am Samstag,
Da gibt’s Als-ob-Haché.

Man stellt sich an um Suppe,
Als ob da etwas drin,
Und man genießt die Dorsche,
Als Als-ob-Vitamin

Man legt sich auf den Boden,
Als ob das wär ein Bett,
Und denkt an seine Lieben,
Als ob man Nachricht hätt.

Man trägt das schwere Schicksal,
Als ob es nicht so schwer,
Und spricht von schönrer Zukunft,
Als obs schon morgen wär.

Leo Strauss, geb. am 21.02.1887, mit dem Transport IV/12 aus Wien am 2.10.1942 nach Theresienstadt deportiert und am 12.10.1944 weiter nach Auschwitz. Dort wurde er ermordet.