Medienverzeichnis

Die in unserem Medienverzeichnis aufgelisteten Publikationen stellen freilich nur eine Auswahl dessen dar, was wir im Verein Jugendbegegnung Theresienstadt/Terezín als die wichtigsten Veröffentlichungen zum Thema halten. Sie sollen eine kleine Hilfestellung geben, sich zu orientieren und eventuell auch schon Ideen für die Praxis zu entwickeln. Bei jeglichen Fragen zu Publikationen steht der Verein gerne beratend zur Seite.

Fach- und Sachliteratur zum Ghetto Theresienstadt:

Adler, H. G., Die verheimlichte Wahrheit, Tübingen 1958
Umfassende Sammlung wichtiger Originaldokumente aus der Ghettozeit. Kopien aus dem Kompendium lassen sich auch gut im Unterricht einsetzen.
ISBN: 978-3-16-500382-6

Adler, H. G., Theresienstadt 1941 – 1945: Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft, Göttingen 1960
Ohne Frage gehört dieses Werk des Historikers und Theresienstadtüberlebenden H. G. Adler zu den wichtigsten Fachbüchern über Theresienstadt. Die minutiöse historische Darstellung ist für all diejenigen unverzichtbar, die sich mit dem Thema Theresienstadt etwas tiefer auseinandersetzen möchten.
ISBN: 978-3-89244-694-1

Chládková, Ludmila, Der Jüdische Friedhof in Theresienstadt, Terezín 1999
Übersicht über den Teil des Ghettos, der im Allgemeinen als der Jüdische Friedhof bezeichnet wird.

Chládková, Ludmila, Ghetto Theresienstadt, Prag 2005
Gibt einen guten Überblick über die Geschichte des Ghettos. Besonders geeignet für alle, die sich das erste mal mit dem historischen Ort Theresienstadt/Terezín auseinandersetzen. Publikation kann über die Gedenkstätte erworben werden.
ISBN: 80-86758-20-6

Fischer, Uta/Wildberg Roland, Theresienstadt – Eine Zeitreise, Berlin 2011
Neuerscheinung, die zum Selbsterkunden der Stadt einlädt. Interessant sind die historischen Metaebenen, durch die versucht wird, ein Gesamtbild der Stadt, sowie des Ghettos zu präsentieren. Geeignet für den Einstieg in das Thema.
ISBN: 978-3-981-32051-0

Loewy, Ronny/Rauschenberger Katharina, „Der letzte der Ungerechten“: Der Judenälteste Benjamin Murmelstein in Filmen 1942-1975, Frankfurt 2011
Die Publikation beschäftigt sich mit der Darstellung des letzten „Judenältesten“ Benjamin Murmelstein in Filmen. In dem Band sind auch die Zeitungsartikel und Interviews enthalten, in denen sich Murmelstein gegen die nach dem Krieg gegen ihn erhobenen Kollaborationsvorwürfe wehrt. Besonders im Ethik- und Religionsunterricht kann diese Publikation gut eingesetzt werden.
ISBN: 978-3-593-39491-6

Zeitzeugenberichte und Erinnerungen:

Elias, Ruth, Die Hoffnung erhielt mich am Leben, München 1998
Ruth Elias schildert in diesem Buch ihren Leidensweg, der sie von Theresienstadt nach Auschwitz führt, wo sie ihr Kind durch grausame Versuche Mengeles verliert. Doch auch nach diesen schrecklichen Erlebnissen wird sie immer wieder von der Vergangenheit eingeholt. Die Stärke des Buches liegt in der nüchternen Sprache, mit der das Unfassbare geschildert wird.
ISBN: 978-3-49221-286-1

Friesová, Jana Renée, Festung meiner Jugend, Prag
Die Autobiographie von Jana Renée Friesová schildert den fürchterlichen Alltag im Ghetto und offenbart gleichzeitig auch jene Geschichten die von Freundschaft und Menschlichkeit zeugen. Sie erzählt die Geschichte einer durch die deutsche Besetzung jäh unterbrochenen Jugend in der Tschechoslowakei.
ISBN: 3-89919-027-0

Ginz, Petr, Prager Tagebuch: 1941-1942, Berlin 2006
Die wieder aufgefundenen Tagebücher des damals 14jährigen Petr Ginz zeugen von den alltäglichen antisemitischen Maßnahmen gegen die Prager Juden und dokumentieren gleichzeitig auch das literarische Talent des jungen Petr Ginz, der nachdem er in Theresienstadt interniert war, im KZ Auschwitz ermordet wurde.
ISBN: 978-3-82700-641-7

Greenfield, Hana, Von Kolín nach Jerusalem, Hamburg 1999.

Hana Greenfield hat von 1942 bis 1945 Theresienstadt, Auschwitz und BergenBelsen überlebt.

ISBN: 9783894581763

Klüger, Ruth, weiter leben – Eine Jugend, München 2007
In ihrem bekanntesten Werk geht Ruth Klüger mit ihrem Schicksal als Überlebende insofern um, als dass sie nicht nur die Zeit bis 1945 schildert, an die sie sich nur bruchstückhaft erinnert, sondern dass sie sich auch der Zeit nach dem Krieg und der Bürde des Überlebens widmet. Ihre kritischen Gedanken zur Erinnerungskultur zählen zu den differenziertesten überhaupt, die sie dem Leser durch ihre scharfsinnige Sprache mitteilt.
ISBN: 978-3-42311-950-4

Křížková, Marie Rút/Kotouč, Kurt Jiří/Ornest, Zdeněk (Hrsg.), Ist meine Heimat der Ghettowall?, Hanau 1995
Sammlung von Dokumenten und Erinnerungen, die alle im Zusammenhang mit der im Ghetto verfassten Jugendzeitschrift Vedem und deren Chefredakteur Petr Ginz stehen, der im Alter von 15 Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Die Publikation ermöglicht tiefgehende Einblicke in das Leben der Kinder im Ghetto.
ISBN: 3-7684-1356-X

Mannheimer, Max, Spätes Tagebuch, Zürich 2000
In seinem „Späten Tagebuch“ beschreibt der Vorsitzende der Lagergemeinde Dachau Max Mannheimer seinen Leidensweg, der ihn von seinem Heimatort Neutitschein/Nový Jičín in der Tschechoslowakei unter anderem durch die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Dachau führt. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ ist sein Appell an die Nachgeborenen.
ISBN: 978-3-86612-069-3

Sandfort, Paul Aaron, Ben – Vogel aus der Fremde, Köln 2000.

Autobiografischer Roman über seine Kindheit in Dänemark, wohin er mit seiner Mutter floh und später verhaftet und nach Theresienstadt deportiert wurde. Hier wirkte er u.a. an der Kinderoper Brundibár mit. ISBN: 3920862600

Scheuer, Lisa, Vom Tode, der nicht stattfand,
In ihrem Buch schildert die Prager Jüdin Lisa Scheuer ihren Leidensweg, den sie über drei Jahre in Tagebuchnotizen festhält. Es entsteht ein einzigartiges Dokument über Freundschaft und Lebenssehnsucht im Schatten der Mörder.
ISBN: 3-8265-3603-7

Schuhmann, Coco, Die Ghetto-Swinger, München 2000.

In Theresienstadt wurde der gebürtige Berliner Mitglied der Ghetto-Swinger. In Auschwitz musste Coco Schuhmann für die Lagerleitung spielen. Er lebt bis heute in Berlin und spielt nach wie vor beeindruckende Konzerte.

ISBN: 9783423241076

Stellmacher, Hildegart/Trautmann, Renate, Friede dem Fernen und Friede dem Nahen, Berlin 2009
Das Buch erzählt die Geschichte von Jiří und Irma Lauscher aus Prag, die es durch fast unglaubliche Zufälle schaffen, das Ghetto in Theresienstadt zu überleben und nicht in die Vernichtungslager deportiert zu werden. Auch wird über den Einsatz der Lauschers für die Aussöhnung mit der deutschen Nachkriegsgeneration berichtet und über die Zusammenarbeit mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. (deutsch und tschechisch)
ISBN: 978-3-940938-47-3

Weber, Ilse, Wann wohl das Leid ein Ende hat, München 2008
Gedichte und Briefe von Ilse Weber, die im Ghetto als Kinderbetreuerin ihren Dienst versah. Besonders die Briefe an ihren Sohn Hanuš ermöglichen sehr intime Einblicke in die Gefühlswelt der Häftlinge in Theresienstadt.
ISBN: 978-3-446-23050-5

Weissová, Helga, Zeichne, was du siehst, Göttingen 1998
Bildband mit den Zeichnungen von Helga Weissová, die im Alter von 12 Jahren ihr erstes Bild im Ghetto Theresienstadt anfertigt. Nach dem ihr Vater sie auffordert zu zeichnen, was sie sieht, beginnt Helga die Details des Lagerlebens zu dokumentieren. Das Buch ist besonders für den Kunstpädagogischen Kontext zu empfehlen und enthält zusätzlich Kommentare eines Kinder- und Jugendpsychiaters und Deutungsversuche zu einigen Bildern.
ISBN: 978-3-89244-316-5

Weissová, Helga, Das künstlerische Schaffen, Göttingen 2002
Spätere Bilder von Helga Weissová die sie nach dem Krieg angefertigt hat. Besonders interessant ist hierbei die Entwicklung ihres künstlerischen Werkes im Vergleich zu den Bildern, die sie im Ghetto angefertigt hat.
ISBN: 978-3-89244-526-5

Gedenkstättenpädagogische und -theoretische Publikationen:

Giesecke, Dana/Welzer, Harald, Das Menschenmögliche – Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur, Hamburg 2012
60 Jahre nach Nationalsozialismus und Holocaust ist es das Verdienst der politischen Bildung, dass wir uns an dessen Schrecken heute noch erinnern. Rückwärts gewandte Erinnerungsrituale sind aber weder zeitgemäß noch erfüllen sie ihren Zweck, so der Sozialpsychologie Harald Welzer. Geschichte könne man jedoch nur verstehen, so die Autoren, wenn man herausfindet, was Menschen dazu veranlasst hat, unter extremen Situationen ganz unterschiedlich zu handeln. Wie war die Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen möglich? Warum haben die einen gemordet und die anderen geholfen?
ISBN: 978-3-89684-089-9

Kößler, Gottfried/Knolle-Tiesler, Uta, Schriftenreihe Konfrontationen des Fritz-Bauer-Instituts, Frankfurt am Main 2000-2003
»Konfrontationen« ist ein pädagogisches Konzept für die schulische und außerschulische Bildung. Es besteht aus Fortbildungsveranstaltungen mit Werkstattcharakter, Beratung von Schulen und Bildungsträgern, einem Medienangebot und der Reihe Bausteine für die pädagogische Annäherung an Geschichte und Wirkung des Holocaust.

Filme:

Der letzte Schmetterling, ČSFR/F/GB 1990
Spielfilm über das Ghetto Theresienstadt, der die fiktive Geschichte des Pantomimen Moreau schildert, der aufgrund kritischer Äußerungen selbst in das Ghetto eingewiesen wird. Wegen der zu Gunsten der Dramatisierung teilweise stark von den historischen Tatsachen abweichenden Handlung, eignet sich der Film zur Diskussion der Darstellung des Holocaust in Spielfilmen.
(Laufzeit: 105 min)

Die Pianistin von Theresienstadt, England 2005
Porträt über die Pianistin Alice Herz-Sommer, die im Ghetto Theresienstadt die Klaviersonaten von Chopin einstudiert und in der Musik eine Möglichkeit der geistigen Behauptung gegen die entwürdigenden Verhältnisse im Lager findet. Der Film eignet sich besonders für den Einsatz in der Musikpädagogik.
(Laufzeit: 44 min)

Düsseldorf – Theresienstadt 50 Reichsmark, Deutschland 2007
Ein eindrucksvolle Dokumentation, der anhand von Zeitzeugeninterviews und Zitaten aus authentischen Briefen die Deportation der Juden aus Düsseldorf nach Theresienstadt rekonstruiert. Eignet sich besonders zur Vorbereitung von Gedenkstättenfahrten nach     Theresienstadt.
(Laufzeit: 25 min)

Ein Lebender geht vorbei. Auschwitz 1943 – Theresienstadt 1944, Frankreich 1997
Interview von Claude Lanzmann mit dem ehemaligen Leiter der Rotkreuzdelegation in Theresienstadt Maurice Rossel. Die verwendeten Szenen gehörten ursprünglich zu den Outakes von Lanzmanns Film „Schoah“. Anhand des Films lassen sich Themen wie Schuld, Verantwortung und Reue gut diskutieren.
(Laufzeit: 65 min)

Kurt Gerron – Gefangen im Paradies, Kanada/USA/Deutschland/Großbritannien 2002

Der Film schildert das Leben des Regisseurs und Kabarettisten Kurt Gerron, der einer der großen Filmstars der Weimarer Republik war. Doch seine jüdische Abstammung wird ihm zum Verhängnis, als er die Zeichen der Zeit zu spät erkennt und zuerst ins Lager Westerbork und dann nach Theresienstadt deportiert wird, um dort den Propagandafilm für die SS zu drehen.
(Laufzeit: 87 min)

Theresienstadt – Ein Dokumentarfilm aus dem Jüdischen Siedlungsgebiet, Protektorat Böhmen und Mähren 1945
Propagandafilm, der im Auftrag der SS vom Theresienstadthäftling Kurt Gerron gedreht werden musste. Aufgrund der stark beschönigten Szenen bedarf dieser Film in jedem Fall einer fachkundigen pädagogischen Begleitung. Eignet sich für Projekte, die sich mit dem Thema Film und Holocaust auseinandersetzen.
(Laufzeit: 25 min)

Wiedersehen mit Brundibár, Deutschland/Tsch. Republik 2014

Eine Berliner Schülertheatergruppe studiert die Kinderoper Brundibár ein und begegnet dabei Zeitzeugen wie Greta Klingsberg und der Geschichte von Theresienstadt. Ein eindrücklicher Dokumentarfilm über Gegenwart und Vergangenheit des Nationalsozialismus und Kultur als Widerstand. (Laufzeit 88 min.)

Lehrmaterial zum Film für Schüler ab 14 Jahre

Internetseiten:

ghetto-theresienstadt.info
Weitreichende Informationen zur Geschichte des Ghettos Theresienstadt. Mit virtuellem Rundgang durch die Gedenkstätte Kleine Festung und einem Theresienstadt-Lexikon.

holocaust.cz
Offene Opferdatenbank der Theresienstädter Initiative mit eingescannten Dokumenten zu den einzelnen Biographien.

jugendbegegnung.de/terezin
Homepage der Freiwilligen der Gedenkstätte Terezín. Es finden sich dort die Kontaktdaten der Freiwilligen und weitere Informationen.

terezinstudies.cz
Homepage der Opfervereinigung Theresienstädter Initiative. Hier werden auch alljährlich die Theresienstädter Studien und Dokumente herausgegeben.

zmizeli-sousede.cz
Projekt des Jüdischen Museums in Prag. Schüler sollen angeregt werden, selbst aktiv nach den Schicksalen der „verschwundenen Nachbarn“ in ihren Heimatgemeinden zu forschen. Die Begleitung erfolgt durch das Jüdische Museum Prag, welches die Ergebnisse dann auch im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert. Das Projekt kann auch Ausgangspunkt einer Kontaktaufnahme mit einer tschechischen Partnerschule sein.

tandem-info.net/partner
Die Partnerbörse des deutsch-tschechischen Koordinierungszentrums Tandem bietet auch eine gute Möglichkeit, Kontakte zu interessierten Partnern in Tschechien herzustellen.